+++  08.12.2019 Abschluss-Lehrgang in Querfurt  +++     
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Bueki

Die „Wende“ brachte 1989 auch neuen Wind in die ostdeutsche Karate-Szene. Wir wurden jetzt offiziell als Abteilung in den Polizeisportverein Preußen Berlin integriert und hatten jetzt einen offiziellen Status. Was für uns, die wir vorher doch eher konspirativ trainiert hatten recht, neu war. Auch die restliche Karateszene der DDR war den meisten von uns unbekannt. Erst jetzt nahmen wir war, dass es auch noch Gleichgesinnte in der ehemaligen DDR gegeben hatte. Mit dieser Öffnung und Neuorientierung begann allerdings auch der Konkurrenzkampf, vorallem unter den Karateverbänden der ehemaligen Bundesrepublik, die sich jetzt ihr neues Klientel sichern wollten. Ich erinnere mich noch an unser erstes „West-Gasshuku“, ausgerichtet vom DKV unter der Leitung des damaligen Bundestrainers Hideo Ochi im Juli 1990 in Kempten im Allgäu. Einige von uns waren auch mit der Hoffnung dorthin gereist, eine Kyuprüfung ablegen zu können. Aber ohne Verbandszugehörigkeit, und hier ganz speziell ohne DKV-Mitgliedschaft, war dieses nicht möglich.

Das Jahr 1990 brachte uns auch einen neuen Trainer, neben Wolfgang Reschke, der unser erster Sensei war, stand eines Tages ein Ungar in der Turnhalle am S-Bahnhof Hohenschönhausen und beobachte unser Training. Wir hatten schon einiges über ihn gehört und strengten uns deshalb auch sehr an. Unsere Trainingsgruppe war an diesem Tag auch verstärkt durch andere uns Berliner Karate-ka, die an der Humboldt-Uni trainierten. Einer von ihnen, THOMAS FROMMER Sensei hatte dann den neuen Meister – BÜKI GYULA Sensei – im Schlepptau.
Jedenfalls schritt Meister Büki durch unsere Reihen und schüttelte mehrfach den Kopf. Am Ende des Trainings hielt er eine Grundsatzrede in ganz verständlichem Deutsch, gab uns zu verstehen, dass unser Karate eigentlich Schei… war und er uns alles neu beibringen würde. Ich wurde damals richtig wütend, schließlich war ich schon Grün-Gurt! Aber letztlich hatte er recht mit seiner Aussage und die Zukunft bestätigte dies. Ich denke ohne ihn wären wir sicher auch unseren Weg gegangen, allerdings mit anderen Ansprüchen auch an uns selbst und anderem technischen Verständnis.
 

Durch ihn lernten wir FUJINAGA YASUYUKI Sensei kennen, einen Karate-Meister mit einem technischen Anspruch, der uns extrem geprägt hat und natürlich auch NAMIKI TOSHIAKI Sensei, der das Wiener Dojo dann zuerst übernahm. Sowohl die spätere Freundschaft zu TONTE GYULA Sensei und damit die Beziehung zu SUZUKI KIMIYOSHI Sensei und mein Kenjutsu-Start, als auch mein erstes Polen-Gasshuku und somit das Kennenlernen von LECH MISIAREK Sensei sind letztlich eine Folge unseres Zusammentreffens.

Also Danke an das Schicksal, dass es uns zusammenführte –
Danke an BÜKI GYULA Sensei!